Ernst-Schaake-Bad

Bald spuckt wieder der Frosch

Jennifer Paul schuf Beton-Skulptur für das Ernst-Schaake-Bad
Von Manfred Schaake

Neumorschen/Felsberg. Aus Hochfest-Beton schufen die Diplom-Designerin Jenniver Paul, ihr Mann Alexander und dessen Mutter Sigrid einen neuen Frosch für das Felsberger Ernst-Schaake-Bad. Im Atelier in Neumorschen ist die Skulptur bereits fertig. Sie soll in der neuen Badesaison ab Mitte Mai eine Attraktion für den Kinderbereich werden und den Kindern und den Eltern Freude bereiten. „Wir freuen uns sehr auf den neuen Frosch”, sagt Kolja Sippel, Vorsitzender des Fördervereins Ernst-Schaake-Bad. Dank der Initiative des Vereins und Dank vieler Bürger-Spenden konnte das Projekt verwirklicht werden. Die Beton-Skulptur ersetzt den seit Jahren verschwundenen Frosch am früheren Kinderplanschbecken. Dieser Frosch aus Muschelkalk ist noch in guter Erinnerung. Und oft ist auch heute noch zu hören: „Als Kind habe ich doch so gern auf dem Frosch gesessen und meinen Spaß gehabt.” Das Ernst-Schaake-Bad – eigentlich als Feuerlöschteich zum Schutz der Fachwerk-Altstadt gebaut – war am 7. Juli 1956 eingeweiht worden. Der Frosch aus Muschelkalk am Kinderplanschbecken gehörte mit zu den Attraktionen. Er spuckte das Wasser ins Becken. Die Kinder konnten sich auf den Frosch setzen und hatten ihren Spaß daran, mit den Fingern den Strahl zu stoppen. Niemand weiß, wo der verschwundene Frosch geblieben ist. Holger Bernhardt, seit 1993 der Betriebsleiter des idyllisch gelegenen Bades, hatte die Idee, wieder einen Frosch anzuschaffen. Das fand im Förderkreis Zustimmung. „Wir möchten gern ein Alleinstellungsmerkmal zurückbekommen”, hatte Kolja Sippel im Vorjahr betont. Und Gensungens Ortsvorsteherin Heidi Folwerk – sie gehört zu den Stammschwimmern – sagte: „Eine tolle Idee, ich habe den Frosch schon sehr vermisst.” Holger Bernhardt: „Der Frosch gehört zu unserem schönen Bad wie die Felsburg zu Felsberg.” Unter dem Motto „Küsst den Frosch” hatte der Förderverein um Spenden gebeten. Die Aktion war so erfolgreich, dass der Frosch nun schon zur neuen Badesaison spucken kann.


Hintergrund


Uni Kassel entwickelte Hochfest-Beton
Seit November arbeitet Jenniver Paul mit Ehemann und Schwiegermutter am neuen Frosch für Felsberg. Der wiegt über 100 Kilogramm und wurde aus UHPC hergestellt – ein von der Universität Kassel entwickelter Hochfest-Beton, mit dem auch Brücken gebaut werden. Auch die Stele „Verständnis” auf dem Robert-Weinstein-Platz in Felsberg stellte die Diplom-Designerin aus Beuern aus diesem Material her – eine Erinnerung an den von den Nazis ermordeten Juden Robert Weinstein. Für den Frosch wurde eine Grundform aus Styropor hergestellt, die mit einem heißen Draht bearbeitet wurde. Darauf wurde der Beton modelliert. Eine Dauerausstellung mit Arbeiten von Jenniver Paul, die auch Kurse zur Herstellung von Betonwaren gibt, ist im Atelier an der Rasenstraße 26 in Neumorschen zu sehen. Kontakt: Telefon 0175/2466539. www.bton-betondesign.de (m.s.)

Altes Bild:
Kinderspaß im Planschbecken anno dazumal: Leider ist der alte Frosch nicht mehr da. Der neue Frosch konnte Dank vieler Spenden finanziert werden.

Neues Bild:
Bald spuckt er Wasser: Der neue Frosch für den Kinderbereich des Ernst-Schaake-Bades in Felsberg mit Diplom-Designerin Jenniver Paul, Alexander und Sigrid Paul – von links - im Atelier in Neumorschen. Dort ist eine Dauerausstellung der Künstlerin zu sehen. Foto/Repro: Schaake